Themen aus der kinder-und jugendpsychiatrischen Praxis


0 bis 3 Jahre:

Bei den Kleinsten geht es vor allem um Probleme mit dem Schlafen oder Essen - oder dass die Kinder zu unruhig oder vielleicht auch zu ruhig erscheinen.

3 bis 6 Jahre:

Themen des Kindergartenalters sind vor allem die Fähigkeit, sich von den Eltern zu lösen, und die soziale Interaktionsfähigkeit. 

In diesem Alter stellt sich auch erstmals die Frage nach autistischen Wesenszügen oder einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADHS). Auch Einnässen oder Einkoten werden zu einer Fragestellung für den Kinderpsychiater, wenn es bis zum Schulalter andauert.

In diesem Alter findet auch eine rasante Entwicklung von Motorik und Sprache statt. Kinder, die schlecht sprechen (oder nicht mit allen sprechen - selektiver Mutismus), sind in erster Linie der Logopädie vorzustellen, beschäftigen aber auch immer wieder den Kinderpsychiater. Das gleiche gilt für das Stottern.

6 bis 14 Jahre:

Im Schulalter stehen Fähigkeit zur Konzentration, Aufmerksamkeitssteuerung und weiters soziale Kompetenzen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Spätestens jetzt sollten Kinder, die an ADHS oder Störungen aus dem autistischen Formenkreis leiden, diagnostiziert werden.

Bei stimmungslabilen, sehr impulsiven oder aggressiven Kindern stellt sich die Frage, ob diese Kinder sich noch in der – in diesem Altersbereich an sich sehr breiten - Altersnorm bewegen.

Im frühen Schulalter treten typischerweise Tics erstmals hervor.

Adoleszenz:

Folgende Erkrankungen des Erwachsenenalters können sich ankündigen:

  • Emotionale Instabilität  (affektive Störungen)  muss von adoleszenztypischen Stimmungsschwankungen unterschieden werden.
  • Zurückziehen  aus der Familie und von alten Freunden als Ausdruck eines Autonomie- und Veränderungsstrebens muss von depressiven oder psychotischen Störungen unterschieden werden.
  • Substanz- und nicht substanzgebundene Süchte (z.B. Internet!) zählen zu häufigen Fragestellungen.
  • Selbstverletzung und Suizidgedanken geben häufig Anlass zur Sorge.

Auch in diesem Lebensalter stellt die Fähigkeit, sich in der sozialen Gruppe (Schule, Lehre) zu integrieren und zu behaupten, ein wichtiges Beobachtungskriterium dar.